
Lost Places an der Ostseeküste – Geschichtsreise am Baltischen Meer
Die Geschichtsreise Aprilia Tuono V4 am Baltischen Meer beginnt an der Grenze zu Polen auf der Insel Usedom und endet am in der Hansestadt Lübeck.
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Der Motorrad-Guide in Mecklenburg: die besten Strecken, Touren, Streckensperrungen, Sehenswürdigkeiten und Anreise.
Mecklenburg ist der westliche Landesteil von Mecklenburg-Vorpommern: von der Landesgrenze bei Selmsdorf an der Lübecker Bucht bis zur alten Grenze an Recknitz und Peene, im Süden bis an Elbe und Prignitz. Der Ruf, hier sei alles flach, hält der ersten Tagestour nicht stand. Die Landschaft ist Eiszeit-Erbe: weite Grundmoränenplatten, dazwischen Endmoränenzüge, die quer liegen und die Straßen zu kurzen, dichten Wechseln aus Anstieg, Kuppe und Senke zwingen. Wer nur über die Autobahnen A 20 und A 19 durchfährt, sieht davon nichts. Wer auf die Bundes- und Landesstraßen wechselt, fährt ein Revier mit langen Sichtachsen, wenig Verkehr und einer Streckenführung, die dem Gelände folgt statt es zu planieren.

Die Höhenzahlen bleiben bescheiden, das Fahrgefühl nicht. Höchste natürliche Erhebung des Landes sind die Helpter Berge bei Woldegk mit 179,2 Metern über NHN, zweithöchste ist der Ruhner Berg rund 15 Kilometer südsüdöstlich von Parchim mit 176,8 Metern. Die Mecklenburgische Schweiz zwischen Teterow, Malchin und dem Kummerower See kommt am Röthelberg auf gerade 96 Meter und fährt sich trotzdem wie ein Mittelgebirge im Kleinformat, weil die Höhenunterschiede auf wenige hundert Meter Strecke fallen. Ähnlich die Kühlung westlich und südlich von Bad Doberan: ein rund 23 Kilometer langer Stauchmoränenzug mit dem Diedrichshäger Berg (129,8 m) als höchstem Punkt, dessen enge Täler und steile Rampen für den Ostseeküstenrücken untypisch sind. Auf dem Bastorfer Signalberg (78,8 m) steht dort der Leuchtturm Buk von 1878, dessen Feuer mit 95,3 Metern über See das höchstgelegene Norddeutschlands ist.
Die Hauptachse durch das Revier ist die B 104. Sie beginnt bei Lübeck, läuft über Schwerin und Güstrow nach Neubrandenburg und weiter bis Linken an der polnischen Grenze, insgesamt 302 Kilometer. Ihr bekanntestes Teilstück liegt nördlich der Landeshauptstadt: der Paulsdamm, ein teils künstlich aufgeschütteter Damm, der die Straße mitten durch den Schweriner See führt, links und rechts Wasser bis an den Fahrbahnrand. Ein Stück Streckenführung, das man nicht abkürzt.
Die zweite große Verbindung ist die B 192, rund 160 Kilometer von Zurow bei Wismar an der A 20 quer bis Neubrandenburg. Sie nimmt Warin, Brüel, Sternberg, Karow, Malchow, Waren an der Müritz und Penzlin mit und ist damit die klassische Diagonale durch die Seenplatte. Teile davon gehören zur Deutschen Alleenstraße. Im Süden ergänzen sich zwei Achsen: die B 198 ab Plau am See über Röbel, Mirow, Wesenberg, Neustrelitz und Woldegk, und die B 103, die von Warnemünde über Laage, Güstrow und Plau am See nach Süden abkippt. Wer beide mit Landesstraßen verknüpft, hat in der Mecklenburgischen Seenplatte einen Rundkurs ohne Rückweg über dieselbe Strecke.

Alleen prägen das Fahren hier stärker als jede Kurve. Der erste Abschnitt der Deutschen Alleenstraße wurde am 3. Mai 1993 eingeweiht und führt von Rügen über Malchin, Malchow, Röbel und Wesenberg bis Rheinsberg. Fahrpraktisch heißt das: harter Hell-Dunkel-Wechsel im Visier, spät sichtbare Fahrbahnkanten, im Schatten deutlich später abtrocknender Belag und stellenweise Wurzelaufbrüche dicht am Bankett. Das gehört zum Charakter der Strecke und verlangt vor allem Abstand zur Baumreihe. Auf Nebenstrecken liegt vielerorts noch historisches Kopfsteinpflaster, oft nur wenige hundert Meter am Ortseingang, aber bei Nässe spürbar rutschiger als Asphalt.
Der Norden gehört der B 105. Auf 182 Kilometern verbindet sie Selmsdorf, Wismar, Bad Doberan, Rostock und Ribnitz-Damgarten und läuft weiter über Stralsund bis Greifswald. Sie ist die schnellste Verbindung entlang der Küste, nicht die schönste — der Reiz liegt in den Stichstrecken nach Norden, hinunter an die Bucht. Bei Rostock quert der 790 Meter lange Warnowtunnel den Fluss, für den Maut fällig wird; die mautfreie Umfahrung über die Stadt kostet Zeit, ist aber Teil der Tour. Auf den offenen Abschnitten zwischen Feld und Küste steht regelmäßig Seitenwind; mit Koffern und hoher Scheibe drückt er das Motorrad merklich aus der Linie. Das Klima ist maritim: Es wird selten heiß, die Saison beginnt spät und trägt dafür bis weit in den Oktober, und die klare Luft nach einer Regenfront liefert Sichtweiten, die weiter südlich Seltenheitswert haben.
Das Herzstück im Süden ist die Müritz, der größte vollständig in Deutschland liegende See, bis zu 31 Meter tief und knapp 18 Kilometer lang. Östlich davon liegt der Müritz-Nationalpark, am 1. Oktober 1990 gegründet, mit 322 Quadratkilometern der größte Landnationalpark Deutschlands. Er besteht aus zwei Teilen, dem größeren Müritz-Gebiet und dem östlichen Serrahn, dazwischen Neustrelitz. Für Motorräder ist das eine Umfahrungsaufgabe: Die Kerngebiete sind für Kraftfahrzeuge gesperrt, erschlossen werden sie über Radwege, Wanderwege und den Nationalpark-Bus. Die Straßen laufen außen herum — und genau dort, zwischen Waren, Federow, Kratzeburg und Neustrelitz, liegen die schmalen, welligen Verbindungen, für die man in dieses Revier fährt.

Mecklenburg lebt als Motorradregion nicht von der einzelnen Steigung, sondern vom schnellen Wechsel: Auf hundert Kilometern kommen Buchenallee, Seeufer, Feldsteindorf, Kuppenstrecke und Küstenlinie mehrfach vor, ohne einen Meter Autobahn. Der Verkehr auf den Landstraßen ist dünn, die Ortsdurchfahrten sind kurz, und die Orientierungspunkte stehen hoch genug für die Navigation nach Sicht: die Türme des Schweriner Schlosses, das Doberaner Münster, der Burgberg von Burg Stargard als nördlichste Höhenburg Deutschlands. Zwischen diesen Fixpunkten lässt sich fast beliebig kombinieren, und weil kaum eine Strecke in einer Sackgasse endet, kann man unterwegs jederzeit umplanen.
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Zwischen Himmel und Erde … Pardon. Zwischen der Ostsee mit der kurvenreichen Insel Rügen und der mecklenburgischen Seenlandschaft mit der Müritz gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die zu einer Tour zwischen den Wassern einladen.
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